Tilman Caspar 1.Vorsitzender

Meine Anfänge im Schachspiel

 

Wie man beim Mühlespiel die Steine am geschicktesten setzt, so daß man eine Zwickmühle bilden kann und dann später noch eine weitere Mühle, damit der Gegner, wenn er nur noch drei Steine hat, nur in eine hineinhüpfen kann, an solchen Problemen tüftelte ich als Teenager gerne und freute mich über jeden Sieg, stolz auf meine Strategien.

 

                                                           "Du hast bestimmt am Schachspiel Spaß"

 

Ob er es so sagte, weiß ich natürlich nicht mehr, jedenfalls brachte mir Peter Siebenmorgen eines Nachmittags das Schachspiel bei und er hatte Recht, das Spiel begeisterte mich. Zwar verlor ich die ersten Partien, doch wieder zu Hause, entdeckte ich beim rumprobieren verschiedener Anfangszüge einen (für mich damals raffinierten) Angriff, auf den Peter, eine Woche später auch hereinfiel und ich nach vielen weiteren Zügen voller Patzer meine erste Partie gewonnen hatte. Allerdings beruhte dieser gewinnbringende Angriff auf einem Irrtum. Peter hatte sich bei der Figurenaufstellung vertan.

 

Richtigerweise gehören die Springer auf die Felder b und g und die Läufer auf die Felder c und f. (Die Springer und die Läufer wurden vertauscht, s, Bild oben,(Anmerkung d.R.)) In einer richtigen Partie wäre das Manöver Königsbauer zwei nach vorne, Dame nach g4 und schlägt auf g7 rein, nicht möglich gewesen. In der Woche darauf fiel der Irrtum auf.

 

Meine Eltern hatten ein kleines Büchlein "Schach eine leichtfassliche Anleitung" Ich war ziemlich verzweifelt, als ich die erste Partie darin einfach nicht nachspielen konnte. Erst meine Mutter kam auf die Idee, daß vielleicht die Aufstellung, wie ich sie gelernt hatte, nicht stimmte.

 

Bevor ich Mitglied im Bendorfer Schachclub wurde, vergingen noch einige Jahre. Mein Banknachbar in der Schule brachte mich zunächst zum Schachclub 1927 HeimbachWeis. Den ersten Kontakt zum Bendorfer Verein hatte ich 1986. Anlässlich seines 60-jährigen Bestehens veranstaltete der SC 1926 Bendorf am Buß- und Bettag ein Schnellschachturnier in der ehemaligen Gaststätte "Rimini". Als Bendorfer Bürger, aber nicht Mitglied im Bendorfer Schachclub (ich spielte ja für Heimbach-Weis) durfte ich in der "Amateur"-Gruppe mitspielen. Wahrscheinlich hieß die Gruppe anders, denn in der Gruppe der Bendorfer Vereinsspieler gab es ja auch keine Profis. Jedenfalls konnte ich das Turnier gewinnen und der langjährige 1.Vorsitzende des Bendorfer Schachclub, Peter Schreiber, lud mich auf seine bekannt herzliche Art ein, mal einen Vereinsabend in Bendorf zu besuchen.

 

Da die Heimbach-Weiser Donnerstag abends und die Bendorfer Freitag abends spielten, besuchte ich von da an beide Vereinsabende. Zu der Zeit trafen sich die Bendorfer noch in der stark verrauchten Kneipe "Zum Oberhof" und auch wenn mir spät nachts auf dem Nachhauseweg vor lauter Qualm die Augen tränten und meine Klamotten fürchterlich nach Zigaretten stanken, gefiel mir die Atmosphäre unter den Bendorfer Schachspielern sehr.

 

Ein paar Jahre später wurde ich Mitglied im Schachclub 1926 Bendorf.

 

Tilman Caspar

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© Sandro Hartel, Tilman Caspar, Kasperczyk Thomas für den Schachclub 1926 Bendorf e.V.